Daimler – Star of Apartheid

Daimler unterstützte die Apartheid in Südafrika. Die Opfer fordern Gerechtigkeit. Unterzeichnen Sie unseren Aufruf! Wir fordern von Daimler die Aufarbeitung seiner Vergangenheit und angemessene Entschädigung!

Der Auftritt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Südafrika steht unter keinem guten Stern. Das Problem ist nicht das DFB-Team, sondern dessen Hauptsponsor: Mercedes-Benz. Bei SüdafrikanerInnen die ihr Leben im Kampf gegen das rassistische Apartheidregime riskierten, ruft das Daimler-Logo schlechte Erinnerungen wach.

Bereits 1966 wurde das Apartheidsystem in Südafrika von der Vollversammlung der UN als „Verbrechen gegen die Menschheit“ bezeichnet. Trotzdem verkaufte Daimler Fahrzeuge und Maschinen an Polizei und Militär des Apartheidregimes. Fahrzeuge, mit denen die Sicherheitskräfte den politischen Protest bekämpften.

Im April 2009 hat ein US-Bundesbezirksgericht in New York eine Sammelklage wegen Beihilfe zu schweren Menschenrechtsverletzungen während der Apartheid gegen Daimler und vier weitere Konzerne zugelassen. Die Vorwürfe gegen Daimler: Die Lieferung von mindestens 2.500 Unimogs, die als Truppentransporter oder Raketenwerfer genutzt wurden. Außerdem Dieselmotoren für Panzer und Hubschrauber zur Überwachung von Demonstrationen.

Die südafrikanische Khulumani Support Group fordert die Anerkennung des begangenen Unrechts und Entschädigungszahlungen. Wir wollen die zunehmende Aufmerksamkeit durch die WM in Südafrika dazu nutzen, den Druck auf Daimler in Deutschland zu erhöhen.

Setzen Sie sich für eine Entschädigung der Apartheidopfer ein. Dafür brauchen wir jetzt Ihre Unterstützung!

Unterzeichnen Sie unseren Aufruf! Die Unterschriften und Protestpostkarten an Daimler werden wir im Herbst an Dr. Dieter Zetsche, den Vorstandsvorsitzenden der Daimler AG übergeben.

Aufruf:

Sehr geehrter Herr Dr. Zetsche,

Die Daimler AG machte profitable Geschäfte mit dem südafrikanischen Apartheidregime. Ihrem Unternehmen wird vorgeworfen damit Beihilfe zu schweren Menschenrechtsverletzungen geleistet zu haben. Die Daimler AG sollte ihre Mitverantwortung gegenüber dem Leid der Opfer übernehmen.

Ich fordere deshalb von der Daimler AG:

* Die Öffnung der Archive um eine vollständige Aufklärung zu ermöglichen.
* Eine angemessene Entschädigung der Apartheid-Opfer.

>>Hier kannst du Online unterzeichnen!

Tausende von SüdafrikanerInnen wurden während der Apartheidzeit (von 1948 bis 1994) Opfer von Mord, Folter und schweren Misshandlungen. Mehr als 20.000 Menschen berichteten zwischen 1996 und 1998 vor der Wahrheits- und Versöhnungskommission über ihre traumatischen Erlebnisse. Die körperlichen und seelischen Leiden quälen die Menschen bis heute, die Mehrheit von ihnen lebt unter elenden Bedingungen. Zehntausende haben sich in der Menschenrechtsorganisation Khulumani Support Group zusammengeschlossen, um den Überlebenden Halt zu geben und für Entschädigung zu kämpfen.

Da die soziale und wirtschaftliche Situation der Opfer immer prekärer wurde, entschied sich Khulumani 2002 für eine Klärung der Forderung vor Gericht. Und die Chancen für einen juristischen Erfolg stehen nicht schlecht. Ein US-Bundesbezirksgericht in New York hat im April 2009 die Sammelklage wegen Beihilfe zu schweren Menschenrechtsverletzungen gegen die deutschen Konzerne Daimler und Rheinmetall, sowie gegen Ford, General Motors und IBM zugelassen. Die Kläger werfen den Unternehmen vor, entweder direkt völkergewohnheitsrechtlich anerkannte Menschenrechte in Südafrika verletzt oder staatliche Menschenrechtsverbrechen durch die Lieferung entsprechender Güter ermöglicht und unterstützt zu haben. Durch ihre Geschäfte verlängerten die Firmen die politische Repression gegen den schwarzen Befreiungskampf und die Destabilisierungskriege in der Region.

Ziel der Klage ist eine angemessene Wiedergutmachung: Die Opfer verlangen die gesellschaftliche Anerkennung des begangenen Unrechts und umfangreiche soziale Programme für den Wiederaufbau und die Entwicklung benachteiligter Gemeinschaften. Neben der juristischen Aufarbeitung der Apartheid-Verbrechen könnte die Klage ein Präzedenzfall zur Durchsetzung von menschenrechtlichen Standards gegenüber internationalen Unternehmen sein.