Unsere Afrikaner

von Romin Khan

Dass die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft international zu einem moderneren und realistischeren Bild Süd­afrikas beitragen wird, darf bezwei­felt werden. Reproduziert werden die nega­tiven Stereotype und positiven Afrika-­Klischees jedoch nicht nur von auslän­dischen Medien.

Langsam steigt die Spannung. In nur noch drei Wochen werden am Kap die afrikanischen Chaos-Tage beginnen. Oder es findet das Fußballfest des Jahres statt, nach dem »deutschen Sommermärchen« nun das afrikanische Pendant im dortigen Winter. Zwischen diesen beiden Extremen bewegte sich die Berichterstattung der vergangenen Wochen und lieferte damit einen Vorgeschmack auf die zu erwartenden Medienresonanz mit Beginn des Turniers. Die erste Fußballweltmeisterschaft auf afrikanischem Boden hat sich längst zu einer Bürde für das Austragungsland Südafrika und den gesamten Kontinent entwickelt.

Von Anfang an wurde in Zweifel gezogen, ob die Organisatoren fähig seien, die WM auszurichten. Viele Berichte widmeten sich der Fertigstellung der Stadien und porträtierten den Beitrag deutscher Architekten und Ingenieure, als handele es sich um selbstlose Entwicklungshilfe und nicht um die Folge der globalisierten Auftragsvergabe von Bauprojekten. Die unterschwellige Botschaft lautete: Wenn mit der WM doch alles planmäßig verläuft, dann ist es auch den Deutschen zu verdanken. (weiterlesen bei der Jungle World)

Foto von smithadri